Glossar

Knieendoprothesenversorgung

Die Knieendoprothesenversorgung stellt, nicht zuletzt aufgrund demografischer Trends, innerhalb der orthopädisch-chirurgischen Disziplinen einen Bereich mit seit Jahren wachsender Eingriffshäufigkeit dar (nach Krankenhausstatistik ca. 190.000 im Jahr 2017). Die weitaus häufigste Indikation für die Implantation einer Knieendoprothese ist die Arthrose des Kniegelenks (Gonarthrose), die durch den fortschreitenden Verschleiß des Gelenkknorpels sowie der angrenzenden Kniebinnenstrukturen gekennzeichnet ist und überwiegend eine Erkrankung der zweiten Lebenshälfte darstellt. Je nach Fortschritt der arthrotischen Veränderungen bringt die Gonarthrose neben dem Leitsymptom Schmerz oftmals Bewegungs- und Funktionsdefizite und damit Einschränkungen der Lebensqualität der Betroffenen mit sich. Ist die Zerstörung des Gelenks bereits weit fortgeschritten, ist die endoprothetische Versorgung des betroffenen Kniegelenks, nach Ausschöpfung nicht-operativer Maßnahmen wie Physiotherapie oder Schmerzmedikation, für die überwiegende Zahl der Patientinnen und Patienten die Intervention der Wahl. Bei korrekter Indikationsstellung, chirurgisch einwandfreiem Eingriff sowie komplikationslosem Verlauf kann von einer Haltbarkeit der Implantate von 10 bis 15 Jahren und darüber hinaus ausgegangen werden. Komplikationen wie Implantatlockerungen oder Infektionen können jedoch Folgeeingriffe einschließlich des vorzeitigen Wechsels der Endoprothese oder einzelner Komponenten notwendig machen. Wechseloperationen sind chirurgisch anspruchsvolle Eingriffe, die im Vorfeld eine exakte Indikationsstellung erfordern und die ganze Erfahrung der an der Versorgung Beteiligten herausfordern.

Im Hinblick auf die erbrachte medizinische Leistung werden in das Verfahren Knieendoprothesenversorgung der externen stationären Qualitätssicherung Patientinnen und Patienten mit Implantation einer Knieendoprothese oder einer Schlittenprothese, aber auch Patientinnen und Patienten, die aufgrund von Komplikationen einen Wechsel oder Komponentenwechsel ihrer Knieendoprothese erhalten, eingeschlossen.

Im Gegensatz zu Patientinnen und Patienten mit degenerativen oder traumatischen Indikationen werden Patientinnen und Patienten mit sehr spezifischen Charakteristika, wie etwa onkologischen Erkrankungen, kindlichen Fehlanlagen sowie sonstige juvenile (für junge Menschen typische) Indikationen aus dem Qualitätssicherungsverfahren zur Knieendoprothesenversorgung ausgeschlossen.

Die Indikatoren dieses Qualitätssicherungsverfahrens fokussieren auf eine angemessene Indikationsstellung bei der Implantation oder dem Wechsel bzw. Komponentenwechsel einer Knieendoprothese sowie auf Komplikationen im Zusammenhang mit dem künstlichen Kniegelenkersatz. Weitere Indikatoren beziehen sich auf die Funktionalität des künstlichen Gelenks und die Gehfähigkeit der Patientinnen und Patienten bei der Entlassung aus dem Krankenhaus.

Quelle: IQTIG - Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen
Gekürzt übernommen: https://iqtig.org/downloads/auswertung/2018/kep/QSKH_KEP_2018_BUAW_V02_2019-07-23.pdf
Stand: Juli 2019

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Kombinierte Operation an den Herzkranzgefäßen und der Aorten-Herzklappe (Kombinierte Koronar- und Aortenklappenchirurgie)

Von kombinierter Koronar- und Aortenklappenchirurgie spricht man, wenn verengte oder verschlossene Abschnitte des Herzkranzgefäßes durch an anderer Stelle des Körpers entnommene Blutgefäße überbrückt werden (Bypässe) und gleichzeitig die Aortenklappe durch eine künstliche Herzklappe ersetzt wird. Patienten dieses QS-Verfahrens stellen eine besondere Risikogruppe in der Herzchirurgie dar. Denn neben einer koronaren Herzerkrankung und einer Erkrankung der Aortenklappe liegen häufig noch weitere Begleiterkrankungen vor.

Im QS-Verfahren Kombinierte Koronar- und Aortenklappenchirurgie beziehen sich die Qualitätsindikatoren auf schwere Komplikationen und die Sterblichkeit.

Quelle: IQTIG - Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen
https://iqtig.org/qs-verfahren/hch-komb/
Stand: Juli 2019

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Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS)

Es hat sich gezeigt, dass das kontinuierliche Erfassen, Auswerten und Deuten von Infektionsdaten sowie die Rückmeldung der Ergebnisse an das medizinische Personal die Infektionsraten in Krankenhäusern verringern können. Wenn ein Krankenhausstandort die Infektionsdaten seiner eigenen Patienten systematisch mit den Daten anderer Krankenhausstandort vergleicht, kann es seine eigene Infektionshäufigkeit besser einschätzen und ist gegebenenfalls angehalten, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Zum systematischen Vergleich mit anderen Standorten wird meist ein sogenanntes Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) genutzt. Es gibt verschiedene Arten von KISS:

- AMBU-KISS werden bei ambulant operierten Patienten eingesetzt,
- ITS-KISS werden bei Patienten auf Intensivstationen verwendet,
- MRSA-KISS bei Patienten mit einem bestimmten resistenten Erreger,
- NEO-KISS bei Frühgeborenen auf einer neonatologischen Intensivstation,
- ONKO-KISS bei Patienten nach einer Stammzelltransplantation,
- OP-KISS bei operierten Patienten,
- STATIONS-KISS bei Patienten mit Harnwegskatheter, Venenkatheter oder Beatmung außerhalb einer Intensivstation,
- SARI erfassen Antibiotika-Anwendungen und bakteriellen Resistenzen auf Intensivstationen

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