Glossar

Lebertransplantation

Die Leber ist das bedeutendste Organ für den menschlichen Stoffwechsel. Patientinnen und Patienten mit chronischem oder akutem Leberversagen können nur durch eine Transplantation überleben. Die Hauptgründe für ein Leberversagen sind alkoholische Leberzirrhose, Leberzellkarzinom sowie chronische Virushepatitis C. Die Transplantationszentren sind seit 2006 zur Teilnahme an der externen stationären Qualitätssicherung für den Leistungsbereich Lebertransplantation verpflichtet.

Die Qualitätsindikatoren im Leistungsbereich der Lebertransplantationen beziehen sich auf schwere Komplikationen, die Verweildauer und die Sterblichkeit im Krankenhaus sowie auf die Überlebensraten in der langfristigen Nachbeobachtung.

In der Ergebnisdarstellung für die Überlebensraten im Follow-up (Längsschnittbetrachtung) ist zu berücksichtigen, dass zusätzlich zu den Indikatoren, die die 1-, 2- oder 3-Jahres-Überlebensraten bei bekanntem Überlebensstatus abbilden, das Indikatorergebnis als Worst-Case-Analyse ausgewiesen wird. Dabei werden alle Patientinnen und Patienten, zu denen keine Informationen zum Überlebensstatus vorliegen, als verstorben betrachtet. Die Worst-Case-Indikatoren messen demnach tatsächliche und aufgrund mangelhafter Dokumentation nicht auszuschließende Todesfälle. Somit treffen sie sowohl eine Aussage über die Nachsorge als auch über die Dokumentationsqualität der Einrichtungen.

Quelle: IQTIG - Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen
Gekürzt übernommen: https://iqtig.org/downloads/auswertung/2018/ltx/QSKH_LTX_2018_BUAW_V02_2019-07-23.pdf
Stand: Juli 2019

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Leistungsbereich

Leistungsbereiche beschreiben Krankenhausleistungen, für die eine Dokumentation im Rahmen der externen stationären Qualitätssicherung vorgeschrieben ist. Wenn also ein Patient diesem Leistungsbereich zugeordnet wird (z. B. eine Frau, die zur Entbindung in einem Krankenhaus behandelt wird), muss der Krankenhausstandort bestimmte Angaben zur Behandlung für die Qualitätssicherung erheben. Später kann über die externe stationäre Qualitätssicherung beurteilt werden, ob die Behandlung qualitativ auffällig war.

Für den Qualitätsbericht 2018 wurden 23 Leistungsbereiche identifiziert (z. B. Geburtshilfe, Hüftendoprothesenversorgung und Nierentransplantation). Die Krankenhäuser müssen für diese Leistungsbereiche zu 221 Qualitätsindikatoren Informationen in den Qualitätsberichten veröffentlichen. Für den Leistungsbereich Herzschrittmacherversorgung besteht die Besonderheit, dass drei gesonderte Auswertungen vorgenommen werden. Sie finden eine Übersicht aller Leistungsbereiche unter https://iqtig.org/qs-verfahren.

Sie können Krankenhäuser mit Informationen zu den einzelnen Leistungsbereichen über den Bereich "Qualitätsmerkmale und Barrierefreiheit" suchen.

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Leitlinien

Leitlinien sind systematisch entwickelte Darstellungen und Empfehlungen mit dem Zweck, Ärzte und Patienten bei der Entscheidung über zweckdienliche Maßnahmen der Krankenversorgung (Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge) unter spezifischen klinischen Umständen zu unterstützen.

Leitlinien geben den Stand des Wissens (Ergebnisse von kontrollierten klinischen Studien und Wissen von Experten) über effektive und zweckdienliche Krankenversorgung zum Zeitpunkt der "Drucklegung" wieder.

In Anbetracht der Fortschritte wissenschaftlicher Erkenntnisse und der Technik müssen stets Überarbeitungen, Erneuerungen und Korrekturen unternommen werden.

Leitlinien stellen den nach einem definierten, transparent gemachten Vorgehen erzielten Konsens mehrerer Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen und Arbeitsgruppen (ggf. unter Berücksichtigung der Patienten) zu bestimmten Vorgehensweisen dar.

Die Empfehlungen der Leitlinien können nicht unter allen Umständen angemessen genutzt werden. Die Entscheidung darüber, ob einer bestimmten Empfehlung gefolgt werden soll, muss vom zuständigen Betreuungsteam unter Berücksichtigung der beim individuellen Patienten vorliegenden Gegebenheiten und der verfügbaren Ressourcen getroffen werden.

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Lenkungsgremium

Um die Behandlungsqualität zu verbessern und die Patientensicherheit im Krankenhaus zu erhöhen, können Kliniken im Rahmen ihres Risiko- und Qualitätsmanagements spezielle Arbeitsgruppen einrichten. Die Teilnehmer dieser Arbeitsgruppen treffen sich regelmäßig in sogenannten Lenkungsgremien, wo sie sich austauschen und - neben der Bearbeitung anderer Themen - Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität und Sicherheit im Klinikgeschehen erarbeiten. Um dies zu erreichen, werden zum Beispiel Behandlungsverläufe von Patienten analysiert, bei denen es zu Problemen kam.

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Lungen- und Herz-Lungentransplantation

Für Lungentransplantationen und Herz-Lungentransplantationen kommen Patientinnen und Patienten im Endstadium von Lungenerkrankungen in Betracht, die ohne Transplantation nur noch eine geringe Lebenserwartung haben. Voraussetzung für eine derartige Transplantation ist, dass keine Gegenanzeigen vorliegen wie z. B. Erkrankungen an anderen Organen (Leber, Niere usw.). Eine Herz-Lungentransplantation ist ein sehr großer und risikoreicher Eingriff. Bei der Entscheidung über die Aufnahme einer Patientin bzw. eines Patienten auf eine Warteliste zur Transplantation wird daher sehr sorgfältig zwischen dem Risiko einer Transplantation und dem angenommenen Behandlungsverlauf bei anderen Therapiemöglichkeiten abgewogen. Die gegenwärtig verfügbaren übrigen Lungenersatzverfahren ermöglichen allerdings nur eine kurzzeitige Überbrückung der Wartezeit auf ein Spenderorgan. Im Vergleich zur Herztransplantation ist das Zeitfenster bis zur Lungentransplantation wesentlich kleiner. Für die Vermittlung von Organen für die Transplantation bilden die Erfolgsaussicht und die Dringlichkeit die maßgebliche Grundlage. Das 2012 neu eingeführte Zuteilungssystem nach dem sogenannten Lung Allocation Score (LAS) soll gewährleisten, dass Spenderorgane an diejenigen Empfängerinnen und Empfänger vermittelt werden, die das Transplantat am dringendsten benötigen und bei denen die Lungentransplantation voraussichtlich die besten Erfolge erzielen wird.

Die Qualitätsindikatoren im Leistungsbereich der Lungentransplantationen bzw. der Herz-Lungentransplantationen beziehen sich auf die Sterblichkeit im Krankenhaus sowie auf die Überlebensraten in der langfristigen Nachbeobachtung.

In der Ergebnisdarstellung für die Überlebensraten im Follow-up (Längsschnittbetrachtung) ist zu berücksichtigen, dass zusätzlich zu den Indikatoren, die die 1-, 2- oder 3-Jahres-Überlebensraten bei bekanntem Überlebensstatus abbilden, das Indikatorergebnis als Worst-Case-Analyse ausgewiesen wird. Dabei werden alle Patientinnen und Patienten, zu denen keine Informationen zum Überlebensstatus vorliegen, als verstorben betrachtet. Die Worst-Case-Indikatoren messen demnach tatsächliche und aufgrund mangelhafter Dokumentation nicht auszuschließende Todesfälle. Somit treffen sie sowohl eine Aussage über die Nachsorge als auch über die Dokumentationsqualität der Einrichtungen.

Quelle: IQTIG - Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen
https://iqtig.org/downloads/auswertung/2018/lutx/QSKH_LUTX_2018_BUAW_V02_2019-07-23.pdf
Stand: Juli 2019

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